Dukono – Die wahrhaftige Hölle am Ende der Welt

An den Vulkan Dukono erinnere ich mich sehr gerne, obwohl er uns alles abverlangt hat: fünf Stunden steiler Aufstieg zur Ascheebene, wo wir das Basiscamp errichten, wechselnde Wetterbedingen, teilweise unwegbarer Dschungel und immer wieder Ascheregen. Der Vulkan macht uns deutlich klar, wer Chef im Ring ist und wo wir sind: im Vorhof zur Hölle!

Oben angekommen, ist man in einer anderen Welt – eine Mondlandschaft. Begrüßt werden wir von drei großen, glutroten Lavabomben, die über den Krater in unsere Richtung fliegen. Sie werden uns aber nicht gefährlich und fallen ca. 500-600 Meter vor uns in die Kraterwüste. Auch hier oben regnet es fast unentwegt Asche.

Blick auf den Vulkan

Nachts um drei Uhr geht’s dann los zum Kraterrand. Aufstieg mit voller Ausrüstung: Fotorucksack, Stativ, Helm, Handschuhe, Schutzbrille und Gasmaske. Ich stürze beim Aufstieg, eine blutende Wunde am Schienbein. Zuviel Adrenalin fließt durch meinen Körper, um die Schmerzen zu spüren. Erst am nächsten Morgen spüre ich die Verletzung, ich habe Glück, dass nicht mehr passiert ist.

Nach eineinhalb Stunden durch die stockdunkle Mondlandschaft kommen wir oben am Kraterrand an. Es offenbart sich uns ein wahres Spektakel der Natur. Wir stehen auf einem ca. 40 cm breiten Kraterrand aus Asche und Geröll – ca. 300-350 Meter vor uns tobt das Inferno – unbeschreiblich laut und gefährlich, Lavabomben fliegen kreuz und quer. Gut, das wir relativ „sicher“ stehen. Wobei es „sicher“ hier oben nicht gibt. Man kommt an seine Grenzen: fotografieren unter extremen Bedingungen, unglaublicher Lärm, Rauch, Asche und ein Kraterrand der nicht wirklich stabil ist. Hin und wieder lassen Eruptionen den Kraterrand erzittern.

Eruption hautnah – ca. 300-350m vom Ausbruch entfernt fotografiert.

Ich kämpfe mit der Schutzbrille, sie beginnt anzulaufen. Zwei Mal 15 Minuten haben wir Zeit, um die Hölle zu fotografieren oder zu filmen. Einfach irre, so nah an einer Eruption dran zu sein. Nach dem zweiten Versuch wird es zu gefährlich, die Aktivität nimmt deutlich zu und der Höllenlärm wird immer lauter.

Es ist zu gefährlich und wir steigen ab. Der Tag ist bereits angebrochen. Nun nochmal die gleiche Strecke zurück ins Camp. Nachfolgend ein Foto vom Abstieg, das Camp kann man gerade noch erkennen (die orangefarbenen Punkte).

Panorama der Mondlandschaft oder Vorhof zur Hölle?

Abenteuer pur – und die insgesamt 6,5 Stunden Aufstieg zur Caldera und nachts zum Kraterrand haben sich gelohnt. Das Erlebnis hat sich wahrlich „eingebrannt“

Gruß vom Kraterrand des Dukono auf dem Rückweg zum Camp

Im Camp angekommen wird zuerst die Kamera und die Ausrüstung gereinigt und ein Kaffee getrunken. Wahnsinn – einmal in die Hölle geschaut! Ein kalter Schauer geht mir den Rücken runter!

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