Rinjani – wunderschön anstrengend

Der Rinjani liegt im nördlichen Teil der Insel Lombok im Sundabogen Indonesiens. Der Inselbogen entstand durch die Subduktion ozeanischer Kruste, die zur Indo-Australischen Platte gehört. Die Indo-Australische Platte schiebt sich dabei unter die Eurasische und Pazifische Platte. Die Vulkane des Sundabogens sind zum größten Teil hochexplosiv.

Sonnenaufgang am Rinjani mit Blick Richtung Sumbawa und dem Vulkan Tambora

Vom Gipfel des Rinjani kann man den Tambora auf Sumbawa erkennen. Bei der Explosion des Tambora 1815 mit dem VEI von 7 starben weit über 70.000 Menschen auf Sumbawa und Lombok. Eine der stärksten Eruptionen der letzten 10.000 Jahre.

Lombok ist als Ganzes Bestandteil des Vulkans. Leider ist er in der Hauptsaison in der Trockenzeit von Touristen überrannt, was man anhand des vielen Mülls neben den Pfaden sieht. Ökotoiletten sind leider auch nicht vorhanden. Noch ist Lombok UNESCO Weltkulturerbe, aufgrund der vielen Hotelneubauten auf Lombok und sicher auch wegen des Müllproblems steht der Status allerdings auf der Kippe.

Landschaftlich ist der Rinjani spektakulär und einzigartig – ein fantastisches Erlebnis. Bei der Eruption des Rinjanis 1257 (die Einheimischen nennen ihn auch heute noch teilweise Samalas) mit dem VEI von 7 entstand die heutige Caldera des Rinjanis, die eine Größe von 8,5×6 km ausweist. Auch dieser Ausbruch hatte in den nachfolgenden Monaten weltweite Folgen mit Ernteausfällen, Hungersnöten und Wetterkapriolen.

Der heutige Kratersee Segara Anak füllte sich im Laufe der Zeit mit Regenwasser und ist heute ca. 200m tief. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind mitten im Kratersee aktive Vulkankegel entstanden. Seit 1944 ist der Vukankegel des Barujari aktiv, er mißt mittlerweile eine Höhe von 320m und brach letztmals im September 2016 aus. Neben dem Barujari kann man noch den schon fast abgetragenen Kegel des Rambongan erkennen.

Blick auf den Campingplatz am Kraterrand

Unsere Route startet von Sembalun aus. Bis zum Kraterrand sind es ca. 14 km, dabei sind ca. 1.300 Höhenmeter zu bewältigen. Wir haben rund 7 Stunden bis zum Kraterrand benötigt, wo sich der reguläre Campingplatz befindet. Wir sind allerdings noch gut 45 Minuten bergauf gegangen und haben unsere Zelte auf einem schönen Aussichtspunkt aufgeschlagen.

Mit einer fantastisch klaren Sicht auf die gesamte Milchstraße starteten wir dann um 2.30 Uhr morgens zum Gipfel, die nochmals gut 1.000 Höhenmeter haben wir in knapp unter drei Stunden bewältigt. Es ist eine wahre Plackerei bis zum Gipfel, unglaublich steil und schier unendlich. Oben auf 3.726m Höhe angekommen ist man überwältigt von der Schönheit, die Mutter Natur erschaffen hat. Der Sonnenaufgang ist kurz nach 6 Uhr und eine Belohnung für die ganzen Strapazen.

Erste Sonnenstrahlen lassen den Schatten des Rinjani im Dunst erscheinen

Um 8 Uhr beginnen wir mit dem Abstieg, kurz vor 10 Uhr sind wir bei den Zelten. Nach dem Frühstück ist bis 14 Uhr Zeit zum Ausruhen. Dann geht’s weiter mit einem zweistündigen Abstieg zum Kratersee Segara Anak, wo wir unsere Zelte am Ufer aufschlagen. Die Sicht auf den See und den Vulkankegel des Barujari sind wunderschön. Die Träger angeln uns das Abendessen aus dem See. Frischer geht’s nicht.

Am nächsten Tag schlagen wir unsere Zelte am Kraterrand auf der Nordostseite auf und genießen fantastische Ausblicke, bevor es dann Tags darauf nach Senaru zu unserem Hotel geht. Nach dem die Wäsche gewaschen ist, besuchen wir noch die Wasserfälle Sendang Gile und Tiu Kelap in Senaru.

Blick auf den Rinjani mit dem aktiven Vulkankegel des Barujari

Nach einem weiteren Tag in Lombok, den wir im Süden verbringen um geologisch und historisch interessante Gesteinsformationen und Lavaströme zu erkunden, geht es weiter nach Jakarta, wo die nächsten Vulkane auf uns warten.

Es waren schöne Tage auf Lombok, wenn auch ganz schön anstrengend!

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