Karangetang Eruption

Zu den Top 10 der aktivsten Vulkanen Indonesiens gehört sicherlich der Karangetang. Er liegt ziemlich abseits der üblichen Touristengegenden nördlich von Nord-Sulawesi auf der Insel Siau. Berüchtigt ist der 1.784m hohe Stratovulkan für den Aufbau von Lavadomen und gefährlichen pyroklastischen Strömen.

Er ist ein komplexer Vulkan mit fünf Kratern in einer Nord-Süd Richtung, wovon in den letzten Jahren immer nur der Südkrater (K1) aktiv war. In den letzten Monaten baute sich ein riesiger Lavadom auf dem nördlichsten Krater (K2) auf.

Gegen Ende der blauen Stunde: links der Nordkrater (K2) und rechts der leicht aktive Südkrater (K1)

Vom 2. bis 5. Februar produzierte der Nordkrater einen Lavastrom, der nach 6-7 km schließlich auf der Nordseite der Insel das Meer erreichte. Dabei wurde gerade einmal zwei Monate alte Infrastruktur (Straßen und Stromleitungen) beschädigt und ein Dorf von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einwohner wurden zum Teil evakuiert.

Wir haben den Lavastrom und das Dorf mit einem Boot erreicht. Volcano Adventures brachte Spenden in Form von Benzin und Windeln mit.

Lavastrom reicht bis ans Meer, Aufnahme ist vom 14. Februar 2019.

Am 15. Februar steigerte sich die Aktivität des Nordkraters weiter. Es wurden bis Mittag 8 Schuttlawinen und 5 Gasausstöße registriert. Auch der Südkrater war mit Gasaustößen aktiv.

Am 14. Februar waren der Hauptkrater K1 (links) und der Nordkrater K2 (rechts) aktiv.

Ich war mit Andi und Donald von Volcano Adventures am späten Nachmittag in Ulu gestartet, um einen guten Platz für die abendliche Beobachtung zu finden.

Unser Spot ab dem späten Nachmittag bis zum nächsten Morgen.

Die Aktivität stieg langsam immer weiter an. Gegen 21 Uhr gingen alle 2-3 Minuten Geröll-Lawinen am Nordkrater ab. Größere Abgängen waren deutlich zu hören. Diese sammeln sich nun im ganz oberen Teil der Flanke und werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bald kollabieren. Der Südkrater emittierte den ganzen Abend Gase und glühte ein wenig.

Der riesige Lavadom ist hier gut zu erkennen.
    Galerie:

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